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Wildtiere - Das Huhn - 10 Fakten zum Facettenreichtum Wildtiere - Das Huhn - 10 Fakten zum Facettenreichtum

0 Kommentare / Geposted am von Kathleen Kolibius-König
Dieser Artikel widme ich meiner Liebe zu Hühnern :) die ich ungeahnt entdeckt habe, nachdem ich meinen Mann drei Hennen und einen Hahn zum Geburtstag geschenkt habe. Er hatte immer großspurig aber nicht 100%ig ernst gesagt er hätte gern Hühner. Und somit habe ich ihn kurzer Hand einfach welche geschenkt.
Fazit: ich durfte diese bezaubernden Tiere kennenlernen und bewundere deren Wesen sehr. Ihre Selbstständigkeit und das sogenannte "Hühner Geschäft" den sie den ganzen Tag nachgehen, haben mich in einen Bann gezogen dem tatsächlich sehr viele Menschen verfallen, die diese Tiere näher kennenlernen.
Um alles einfach etwas besonders aufzuhübschen sind alle Fotos von meinen Hühnern aus meinem Garten.

Einleitung

Hühner sind sehr soziale Tiere, sie bilden Hierarchien und Freundschaften. Oft habe ich beobachtet, dass es bei Hennen oft eine beste Freundin gibt, mit der sie den ganzen Tag abhängen und ihren "Hühner Geschäft" gemeinsam nachgehen. Sind können Gesichter untereinander erkennen, sind liebevoll und sorgsam mit ihren Kindern und genießen die Sonne und ausgedehnte Staubbäder. Jedes Huhn hat eine ausgeprägte Persönlichkeit. Meine Hühner haben verschiedene Angewohnheiten, die man nur bei einem einzelnen Huhn sehen kann. Manche Hühner mögen die Gesellschaft von Menschen und beobachten sehr neugierig was man alles im Garten so anstellt. Wieder andere Hühner sind eher reserviert, schüchtern, Scheckhaft oder sogar etwas aggressiv. Sie haben viele Wesenszüge die auch Individuen wie Hund, Katze und Mensch haben.


1. Hühner haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten

Hühner wissen, wer der Chef ist, denn sie haben ein ausgeprägtes Sozial- und Kommunikationsverhalten, die sogenannte Hackordnung.
Jedes Huhn kennt seinen Platz in der Gemeinschaft. Das zeigt ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie können mehr als hundert andere Hühner unterscheiden, kennen diese ähnlich wie wir Freunde und Bekannte. Leider ist bei einer Massenhaltung von tausend Hühnern und mehr es Ihnen nicht möglich alle zu unterscheiden oder diese Sozialordnung zu leben.
Wenn mehrere Hähne in einer Gruppe sind, gibt es einen Boss, die anderen Hähne dürfen aber nach seinem Entscheiden näher oder ferner der Gruppe teilnehmen. Es gibt in der Regel keine Kämpfe, außer es kommt ein neuer Hahn dazu oder ein Junghahn wird erwachsen.
Hennen können jedoch auch kämpfen, wenn zwei sich nicht einig sind, wer Ranghöher ist, wird das ausdiskutiert.


2. Hühner können mehr Farben sehen als wir

Das menschliche Auge ist mit hochsensitiven Zapfen und Stäbchen ausgestattet. Zapfen für das Farbensehen und die Stäbchen für das Sehen in der Dämmerung. Hühner verfügen über zwei Zapfentypen mehr und können dementsprechend mehr Farben im Bereich von 320 - 700 nm unterscheiden als der Mensch. Hühner erkennen auch UV-Licht und sog. Schiller Farben (Pentachromasie) mittels zusätzlichen Öltröpfchen in den Zapfen der Retina und einer UV-durchlässigen Augenlinse. Hühner verfügen somit über eine sogenannte vierdimensionale Farbempfindung. Nützlich ist das für ihre Geschlechtsdifferenzierung, Individualdifferenzierung, sowie zur Futterbeurteilung.

Dunkelheit schränkt das Sehvermögen jedoch stark ein. Sie sehen deutlich schlechter bei Dämmerung als der Mensch.

Da das Wildhuhn im Wald lebt, ist sein Auge auf 5 Meter Nahsicht – für Körner und kleinere Gegenstände – und auf 50 Meter Fernsicht für größere Gegenstände eingestellt. Darum ist das Huhn als Standorttreu bekannt und entfernt sich nur sehr ungern weiter als 50 Meter vom Stall.

 

3. Hühner sprechen miteinander

Es gibt über 30 verschiedene Lautäußerungen, mit denen sie bestimmte Ereignisse kommunizieren. So haben sie beispielsweise verschiedene Warnlaute. Die Laute für einen Feind aus der Luft sind andere als für einen auf der Erde.
Auch wurde bewiesen, dass die Tiere den Feind gar nicht selbst sehen müssen, um angemessen zu reagieren, die Warnlaute des Hahns oder eines Artgenossen vermitteln ihnen die benötigten Informationen. Die Signale funktionieren also ähnlich wie menschliche Worte, Achtung, Vorsicht oder Weg hier.
Manchmal spricht der Hahn und alle bleiben still stehen und suchen nur den Himmel ab, oder er schreit und alle rennen umgehend unter das nächste Gebüsch. Es gibt hier sehr viele Facetten aber es ist eindeutig, dass die ständig miteinander reden, was gerade los ist.
Die Mutterhenne (Glucke) spricht sogar mit ihren Küken im Ei. Ca. 24h vor der Schlupf verständigen sich die Küken und die Mutter Henne und werden somit aufeinander geprägt. Sie erkennen sich nun untereinander.

4. Hühner träumen, wenn sie schlafen

Hühner schlafen so fest wie Dornröschen – sie haben den sogenannten REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), sie träumen also ähnlich wie wir.
Sie brabben sogar vor sich hin beim schlafen. Was daran erinnert sich gegenseitig in den Schlaf zu wiegen.
In ihrer vertrauten Gruppe fallen die Hühner in Schlaf. An fremden und bedrohlichen Orten können sie nicht einschlafen.

5. Hühner empfinden Empathie

Es ist traumhaft schön eine Glucke mit ihren Küken zu beobachten. Wenn eine Henne gluckt, dann trennt Sie sich von Ihrer Gruppe und läuft gluckend und aufgeplustert herum und fängt an zu nisten. Die Zeit, die sie auf den Eiern verbringt, wird täglich länger und die Pausen zum Fressen, trinken und baden sowie Beine vertreten immer kürzer und weniger. Bei manchen Glucken muss man sogar darauf achten das Sie überhaupt noch Wasser und Futter zu sich nehmen, so wichtig ist es ihnen. Wenn die Küken dann endlich da sind, scheint die Henne wirklich seelig zu sein. Sie sieht auch sichtlich K.O. aus und spricht mit ihren kleinen, zeigt ihnen das Futter und Wasser läuft schon ab den zweiten Tag mit ihnen kleine erste Runden. Sagt ihnen was essbar ist und was nicht. Spricht Warnlaute, wenn alle unter sie flitzen sollen, um sich schnell zu verstecken.
Sie läuft ab jetzt täglich mit Ihnen und buddelt nach essbaren, zeigt ihnen absolut alle verschiedenen Dinge, nichts wird ausgelassen. Die Pausen verbringen alle eingekuschelt unter Ihr. Auch bei Regen schlüpfen alle unter sie. Kommt eine andere Henne zu nah, wird diese gejagt und vertrieben.
Eine Studie über Mutterhennen und ihre Küken hat ergeben, dass Hennen zu Empathie fähig sind. Sie lieben und leiden mit Ihren Küken.
Es wurde getestet, wie die Mutterhennen auf einen Luftstoß in ihren eigenen Käfig, in den Käfig ihrer Küken und zur Kontrolle außerhalb beider Käfige reagieren. Es zeigte sich, dass die Hennen keine Reaktion auf den Luftstoß in ihren eigenen Käfig zeigten. Als jedoch die Küken durch den Luftstoß aufgescheucht wurden, deuteten Symptome wie eine erhöhte Herzfrequenz, eine niedrigere Augen- und Kammtemperatur sowie Verhaltensänderungen auf ein emotionales Leiden der Mutterhennen hin.
Fakt ist das Hühner Schmerzrezeptoren haben, wodurch sie Schmerz und Leid fühlen können.
 

6. Hühner sind nicht nur weiß und braun

Allein im europäischen Rassegeflügelstandard werden über 180 Rassen und Farbschläge unterschieden. Eine schier unendliche bunte Vielfalt und Schönheit. Viele Rassegeflügelschauen bestätige die Schönheit der Hühner.
Es gibt unter anderem Langschwanzhühner wie das wunderschöne Phonix Huhn und das exotische Yokohama Huhn, beim Onagadori Huhn werden sogar die Schwanzfedern bis zu 14 Metern lang. Es gibt auch schwanzlose Hühner wie die deutschen Araucana Hühner. Sehr kleine Hühner wie die prächtigen Sandschak Huhn und niedliche Hühner mit einem besonderen Aussehen ähnlich eines Wattebausches die Seiden Hühner. Auch eher kugelrund geformte Hühner wie die Orpington Hühner oder auch schlank und langbeinig wie die russischen Orloff Hühner, welchen man wahrlich beim Stolpern zuschauen kann. Zu den größten Hühner zählen die amerikanischen Jersey Giants die bis zu 6kg und mehr auf die Waage bringen können und die den bis zu 80 cm großen Malaien Hühnern.

7. Hähne tricksen ihre Hennen aus

Hühner haben es faustdick hinter den Ohren, sie täuschen ihre Artgenossen ganz bewusst. Will ein männlicher Hahn bei seinen Weibchen beliebt sein muss er ein guter Beschützer sein, gesund und kräftig, und auch bei der Futtersuche helfen. So gräbt der Hahn und entdeckt bspw. einen beliebten Regenwurm. Er nimmt ihn auf und lockt lautstark seine Damen oder Wunschdamen heran. Ich denke dann immer an Männern die Ihrer liebsten Schokolade schenken.
Männliche Tiere die noch keine Henne haben geben manchmal den Laut für gefundenes Fressen von sich, obwohl sie gar nichts entdeckt haben. Dies dient dazu, die angelockten weiblichen Tiere für sich zu gewinnen.

8. Hühner sind so intelligent wie Säugetiere

Hühner sind so schlau wie Säugetiere – beispielsweise wie Menschenaffen. Sie verstehen unter anderem, dass kürzlich versteckte Gegenstände noch vorhanden sind, was tatsächlich über die Fähigkeiten eines Kleinkindes hinausgeht.

Hühner können auch Probleme lösen, sich an Vergangenes erinnern, Entscheidungen treffen, lernen und schlussfolgern. Küken können sogar von Geburt an Additions- und Subtraktion-aufgaben im Zahlenraum zwischen null und fünf lösen.
Das Hühner interessante und sehr neugierige Tiere sind dürfte kaum einen Hühnerhalter überraschen. Selbst Neulinge in der Hühnerzucht ahnen schnell, dass hinter dem gefiederten Hof- und Gartenbewohner mehr steckt, als nur ein gackerndes Tierchen, dass fast den ganzen Tag mit der Futtersuche verbringt und sich den ein oder anderen Rangordnungskampf liefert.

Gerade bei der Küken Aufzucht durch die Glucke lässt sich deutlich erkennen, wie sehr die Glucke jedes einzelne Küken liebt. Die Glucke ändert in der Küken Aufzucht ihr Verhalten und wird mutiger, und versucht auch schon vor der Schlupf deutlich zu zeigen das andere Hühner, wenn notwendig vertrieben werden. Besteht Gefahr für die Küken, attackiert die Glucke selbst Hunde oder Katzen um die Küken zu schützen.

9. Hühner haben ein Ich-Bewusstsein

Hühner sind sowohl zur Selbstbeherrschung als auch zur Selbsteinschätzung in der Lage. Beides ist ein Hinweis auf ein gewisses Ich-Bewusstsein. Selbstbeherrschung bedeutet, einer unmittelbaren Befriedigung zugunsten eines späteren Vorteils zu widerstehen. Menschen sind dazu erst ab einem Alter von etwa vier Jahren in der Lage.

Hühner sind beispielsweise bereit, länger auf Futter zu warten und dafür mehr zu erhalten, statt direkt loszupicken und dafür weniger zu bekommen. Dies zeigt, dass sie rational urteilen und sich selbst beherrschen können, um den größeren Vorteil – mehr Futter – zu erhalten. Studien belegen außerdem, dass Hühner sich selbst einschätzen können. Sie beobachten ein Huhn mit einem ihnen bekannten Rang in der Hackordnung, welches mit einem unbekannten Huhn agiert. Aus deren Verhalten schließen sie, ob sie selber in der Hackordnung über oder unter dem unbekannten Tier stehen und reagieren dann entsprechend. 

 

10. Hühner Lebenserwartung

Hühner haben eine natürliche Lebenserwartung von ca. acht Jahre. Unter idealen Bedingungen legen junge Hühner ab einem Alter von 20 bis 22 Wochen Eier. Hybridhühner, die in klimatisierten Hühnerställen zur Eiproduktion gehalten werden, legen im Jahr bis zu 300 Eier. Es kann daher fast täglich mit einem Hühnerei gerechnet werden.
Die meisten Legehühner legen pro Jahr zwischen 180 und 220 Eier, was für den Hausgebrauch durchaus ausreichen sollte. Zudem sind Rassehühner in Hobbyhaltung sind größeren Widrigkeiten ausgesetzt. Die Hitze im Sommer, eisige Kälte im Winter, Regenwetter und kurze Tage während der Wintermonate. Daher kann man in privaten Hobbyhaltung daher mit einer durchschnittlichen Legeleistung von 140 bis 180 Eier im Jahr rechten.
Während die Hühner im Sommer fast täglich ein Ei legen lässt die Legeleistung im Winter deutlich nach oder erlischt vollständig. Im Frühjahr beginnen die Hühner dann wieder und können dann eine gute Legeleistung vorweisen.
In der Regel ist das im Alter von etwa zwei bis drei Jahren, eben dann, wenn die Legeleistung einbricht.

Wie alt Hühner tatsächlich werden können, darüber streiten sich die Gelehrten bis heute. In Fachbüchern ist oftmals von bis zu 50 Jahre alten Hühnern zu lesen. Für Haushühner liegt das „gängige“ Alter jedoch bei etwa 5 bis 9 Jahren. Je nachdem, wie sie gehalten werden und welche Legeleistung sie erbringen müssen. Es ist also völlig normal und kein Grund zur Sorge, dass die Legeleistung ab einem Alter von etwa zwei Jahren merklich nachlässt. Schließlich gehört das Huhn dann schon zum „alten Eisen“.

Abschluss

Was aus unseren 4 Hühnern geworden ist? Ja es sind nunmehr ca. 3 Jahre Hühnerhaltung und wie es mir von einem sogenannten "Hühnernarr" prophezeit wurde werden es ständig mehr ;) fast wie ein Sammelwahn, möchte man doch noch gern das eine oder andere neue Huhn einer anderen Farbe oder Rasse gern aufnehmen.
Insgesamt leben derzeit 20 Hühner, 2 Pfauen und 10 Küken auf meinem Grundstück. Sie können frei durch den ganzen Garten laufen und sich dadurch auch neben dem Futter, was ich gebe, sehr gesund ernähren. Auch erkunden Sie wie auf dem folgenden Bild gern mal den Kompost oder wenn man nicht aufpasst das Kräuterbeet.
Auch habe ich bereits das Glück einer Naturbrut erleben dürfen und auch der Kunstbrut im Inkubator. Wenn man die Glucke mit ihren kleinen witzigen Küken so über die Wiese stiefeln sieht, versinkt man schnell in stundenlanges Zuschauen, so schön ist es dies zu beobachten.
Die Brut und das Aufwachsen der kleinen Fellkeule hat meine Faszination der Selbstständigkeit dieser bezaubernden Wesen nochmals gesteigert hat. Leider ist es aber auch das Verwerfliche an dem Thema Kunstbrut. Da die Selbstständigkeit dieser kleinen Fellkneule schnell zu einem hübschen und gesunden Huhn heranzuwachsen dazu führt, dass fast die meisten Küken als Weisen ohne eine Mutter Glucke aufwachsen. In Inkubatoren herangezüchtet rufen die kleinen Küken tagtäglich nach Ihrer Mutti und versuchen unter allem zu schlüpfen was eine Mutti sein könnte um sich anzukuscheln. Da wir Sie leider nicht verstehen können, können wir wohl auch nicht abschätzen was das für diese kleinen Babyküken bedeutet.
Zudem habe ich mich dazu entschlossen mehrere Hähne zu halten. Wenn man neue Hähne als Jungspund aufnimmt oder als Küken dazubekommt, leben diese sich ohne große Mühen und Sorgen in die bestehende Gruppe ein und mehrere Hähne bedeuten auch mehr Wachsamkeit, was schon etwas gegen permanente Angriffe von Raubvögeln hilft, denn wir leben außerorts zwischen Feldern und Wäldern was leider auch viele natürliche Fressfeinde birgt.

Es macht Spaß die Hühner im Garten zu haben, zudem ich wirklich eine hübsche Gruppe habe. Mir gefallen bspw. die gesprenkelten und bunten Hühner mehr als nur zweifarbige. Und auch alte Rassen wie die schwedischen Blumenhühner, denn hier sieht jedes Huhn anders aus, keines ist dem andern farblich gleich.
Dieser Artikel widme ich meiner Liebe zu Hühnern :) die ich ungeahnt entdeckt habe, nachdem ich meinen Mann drei Hennen und einen Hahn zum Geburtstag geschenkt habe. Er hatte immer großspurig aber nicht 100%ig ernst gesagt er hätte gern Hühner. Und somit habe ich ihn kurzer Hand einfach welche geschenkt.
Fazit: ich durfte diese bezaubernden Tiere kennenlernen und bewundere deren Wesen sehr. Ihre Selbstständigkeit und das sogenannte "Hühner Geschäft" den sie den ganzen Tag nachgehen, haben mich in einen Bann gezogen dem tatsächlich sehr viele Menschen verfallen, die diese Tiere näher kennenlernen.
Um alles einfach etwas besonders aufzuhübschen sind alle Fotos von meinen Hühnern aus meinem Garten.

Einleitung

Hühner sind sehr soziale Tiere, sie bilden Hierarchien und Freundschaften. Oft habe ich beobachtet, dass es bei Hennen oft eine beste Freundin gibt, mit der sie den ganzen Tag abhängen und ihren "Hühner Geschäft" gemeinsam nachgehen. Sind können Gesichter untereinander erkennen, sind liebevoll und sorgsam mit ihren Kindern und genießen die Sonne und ausgedehnte Staubbäder. Jedes Huhn hat eine ausgeprägte Persönlichkeit. Meine Hühner haben verschiedene Angewohnheiten, die man nur bei einem einzelnen Huhn sehen kann. Manche Hühner mögen die Gesellschaft von Menschen und beobachten sehr neugierig was man alles im Garten so anstellt. Wieder andere Hühner sind eher reserviert, schüchtern, Scheckhaft oder sogar etwas aggressiv. Sie haben viele Wesenszüge die auch Individuen wie Hund, Katze und Mensch haben.


1. Hühner haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten

Hühner wissen, wer der Chef ist, denn sie haben ein ausgeprägtes Sozial- und Kommunikationsverhalten, die sogenannte Hackordnung.
Jedes Huhn kennt seinen Platz in der Gemeinschaft. Das zeigt ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie können mehr als hundert andere Hühner unterscheiden, kennen diese ähnlich wie wir Freunde und Bekannte. Leider ist bei einer Massenhaltung von tausend Hühnern und mehr es Ihnen nicht möglich alle zu unterscheiden oder diese Sozialordnung zu leben.
Wenn mehrere Hähne in einer Gruppe sind, gibt es einen Boss, die anderen Hähne dürfen aber nach seinem Entscheiden näher oder ferner der Gruppe teilnehmen. Es gibt in der Regel keine Kämpfe, außer es kommt ein neuer Hahn dazu oder ein Junghahn wird erwachsen.
Hennen können jedoch auch kämpfen, wenn zwei sich nicht einig sind, wer Ranghöher ist, wird das ausdiskutiert.


2. Hühner können mehr Farben sehen als wir

Das menschliche Auge ist mit hochsensitiven Zapfen und Stäbchen ausgestattet. Zapfen für das Farbensehen und die Stäbchen für das Sehen in der Dämmerung. Hühner verfügen über zwei Zapfentypen mehr und können dementsprechend mehr Farben im Bereich von 320 - 700 nm unterscheiden als der Mensch. Hühner erkennen auch UV-Licht und sog. Schiller Farben (Pentachromasie) mittels zusätzlichen Öltröpfchen in den Zapfen der Retina und einer UV-durchlässigen Augenlinse. Hühner verfügen somit über eine sogenannte vierdimensionale Farbempfindung. Nützlich ist das für ihre Geschlechtsdifferenzierung, Individualdifferenzierung, sowie zur Futterbeurteilung.

Dunkelheit schränkt das Sehvermögen jedoch stark ein. Sie sehen deutlich schlechter bei Dämmerung als der Mensch.

Da das Wildhuhn im Wald lebt, ist sein Auge auf 5 Meter Nahsicht – für Körner und kleinere Gegenstände – und auf 50 Meter Fernsicht für größere Gegenstände eingestellt. Darum ist das Huhn als Standorttreu bekannt und entfernt sich nur sehr ungern weiter als 50 Meter vom Stall.

 

3. Hühner sprechen miteinander

Es gibt über 30 verschiedene Lautäußerungen, mit denen sie bestimmte Ereignisse kommunizieren. So haben sie beispielsweise verschiedene Warnlaute. Die Laute für einen Feind aus der Luft sind andere als für einen auf der Erde.
Auch wurde bewiesen, dass die Tiere den Feind gar nicht selbst sehen müssen, um angemessen zu reagieren, die Warnlaute des Hahns oder eines Artgenossen vermitteln ihnen die benötigten Informationen. Die Signale funktionieren also ähnlich wie menschliche Worte, Achtung, Vorsicht oder Weg hier.
Manchmal spricht der Hahn und alle bleiben still stehen und suchen nur den Himmel ab, oder er schreit und alle rennen umgehend unter das nächste Gebüsch. Es gibt hier sehr viele Facetten aber es ist eindeutig, dass die ständig miteinander reden, was gerade los ist.
Die Mutterhenne (Glucke) spricht sogar mit ihren Küken im Ei. Ca. 24h vor der Schlupf verständigen sich die Küken und die Mutter Henne und werden somit aufeinander geprägt. Sie erkennen sich nun untereinander.

4. Hühner träumen, wenn sie schlafen

Hühner schlafen so fest wie Dornröschen – sie haben den sogenannten REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), sie träumen also ähnlich wie wir.
Sie brabben sogar vor sich hin beim schlafen. Was daran erinnert sich gegenseitig in den Schlaf zu wiegen.
In ihrer vertrauten Gruppe fallen die Hühner in Schlaf. An fremden und bedrohlichen Orten können sie nicht einschlafen.

5. Hühner empfinden Empathie

Es ist traumhaft schön eine Glucke mit ihren Küken zu beobachten. Wenn eine Henne gluckt, dann trennt Sie sich von Ihrer Gruppe und läuft gluckend und aufgeplustert herum und fängt an zu nisten. Die Zeit, die sie auf den Eiern verbringt, wird täglich länger und die Pausen zum Fressen, trinken und baden sowie Beine vertreten immer kürzer und weniger. Bei manchen Glucken muss man sogar darauf achten das Sie überhaupt noch Wasser und Futter zu sich nehmen, so wichtig ist es ihnen. Wenn die Küken dann endlich da sind, scheint die Henne wirklich seelig zu sein. Sie sieht auch sichtlich K.O. aus und spricht mit ihren kleinen, zeigt ihnen das Futter und Wasser läuft schon ab den zweiten Tag mit ihnen kleine erste Runden. Sagt ihnen was essbar ist und was nicht. Spricht Warnlaute, wenn alle unter sie flitzen sollen, um sich schnell zu verstecken.
Sie läuft ab jetzt täglich mit Ihnen und buddelt nach essbaren, zeigt ihnen absolut alle verschiedenen Dinge, nichts wird ausgelassen. Die Pausen verbringen alle eingekuschelt unter Ihr. Auch bei Regen schlüpfen alle unter sie. Kommt eine andere Henne zu nah, wird diese gejagt und vertrieben.
Eine Studie über Mutterhennen und ihre Küken hat ergeben, dass Hennen zu Empathie fähig sind. Sie lieben und leiden mit Ihren Küken.
Es wurde getestet, wie die Mutterhennen auf einen Luftstoß in ihren eigenen Käfig, in den Käfig ihrer Küken und zur Kontrolle außerhalb beider Käfige reagieren. Es zeigte sich, dass die Hennen keine Reaktion auf den Luftstoß in ihren eigenen Käfig zeigten. Als jedoch die Küken durch den Luftstoß aufgescheucht wurden, deuteten Symptome wie eine erhöhte Herzfrequenz, eine niedrigere Augen- und Kammtemperatur sowie Verhaltensänderungen auf ein emotionales Leiden der Mutterhennen hin.
Fakt ist das Hühner Schmerzrezeptoren haben, wodurch sie Schmerz und Leid fühlen können.
 

6. Hühner sind nicht nur weiß und braun

Allein im europäischen Rassegeflügelstandard werden über 180 Rassen und Farbschläge unterschieden. Eine schier unendliche bunte Vielfalt und Schönheit. Viele Rassegeflügelschauen bestätige die Schönheit der Hühner.
Es gibt unter anderem Langschwanzhühner wie das wunderschöne Phonix Huhn und das exotische Yokohama Huhn, beim Onagadori Huhn werden sogar die Schwanzfedern bis zu 14 Metern lang. Es gibt auch schwanzlose Hühner wie die deutschen Araucana Hühner. Sehr kleine Hühner wie die prächtigen Sandschak Huhn und niedliche Hühner mit einem besonderen Aussehen ähnlich eines Wattebausches die Seiden Hühner. Auch eher kugelrund geformte Hühner wie die Orpington Hühner oder auch schlank und langbeinig wie die russischen Orloff Hühner, welchen man wahrlich beim Stolpern zuschauen kann. Zu den größten Hühner zählen die amerikanischen Jersey Giants die bis zu 6kg und mehr auf die Waage bringen können und die den bis zu 80 cm großen Malaien Hühnern.

7. Hähne tricksen ihre Hennen aus

Hühner haben es faustdick hinter den Ohren, sie täuschen ihre Artgenossen ganz bewusst. Will ein männlicher Hahn bei seinen Weibchen beliebt sein muss er ein guter Beschützer sein, gesund und kräftig, und auch bei der Futtersuche helfen. So gräbt der Hahn und entdeckt bspw. einen beliebten Regenwurm. Er nimmt ihn auf und lockt lautstark seine Damen oder Wunschdamen heran. Ich denke dann immer an Männern die Ihrer liebsten Schokolade schenken.
Männliche Tiere die noch keine Henne haben geben manchmal den Laut für gefundenes Fressen von sich, obwohl sie gar nichts entdeckt haben. Dies dient dazu, die angelockten weiblichen Tiere für sich zu gewinnen.

8. Hühner sind so intelligent wie Säugetiere

Hühner sind so schlau wie Säugetiere – beispielsweise wie Menschenaffen. Sie verstehen unter anderem, dass kürzlich versteckte Gegenstände noch vorhanden sind, was tatsächlich über die Fähigkeiten eines Kleinkindes hinausgeht.

Hühner können auch Probleme lösen, sich an Vergangenes erinnern, Entscheidungen treffen, lernen und schlussfolgern. Küken können sogar von Geburt an Additions- und Subtraktion-aufgaben im Zahlenraum zwischen null und fünf lösen.
Das Hühner interessante und sehr neugierige Tiere sind dürfte kaum einen Hühnerhalter überraschen. Selbst Neulinge in der Hühnerzucht ahnen schnell, dass hinter dem gefiederten Hof- und Gartenbewohner mehr steckt, als nur ein gackerndes Tierchen, dass fast den ganzen Tag mit der Futtersuche verbringt und sich den ein oder anderen Rangordnungskampf liefert.

Gerade bei der Küken Aufzucht durch die Glucke lässt sich deutlich erkennen, wie sehr die Glucke jedes einzelne Küken liebt. Die Glucke ändert in der Küken Aufzucht ihr Verhalten und wird mutiger, und versucht auch schon vor der Schlupf deutlich zu zeigen das andere Hühner, wenn notwendig vertrieben werden. Besteht Gefahr für die Küken, attackiert die Glucke selbst Hunde oder Katzen um die Küken zu schützen.

9. Hühner haben ein Ich-Bewusstsein

Hühner sind sowohl zur Selbstbeherrschung als auch zur Selbsteinschätzung in der Lage. Beides ist ein Hinweis auf ein gewisses Ich-Bewusstsein. Selbstbeherrschung bedeutet, einer unmittelbaren Befriedigung zugunsten eines späteren Vorteils zu widerstehen. Menschen sind dazu erst ab einem Alter von etwa vier Jahren in der Lage.

Hühner sind beispielsweise bereit, länger auf Futter zu warten und dafür mehr zu erhalten, statt direkt loszupicken und dafür weniger zu bekommen. Dies zeigt, dass sie rational urteilen und sich selbst beherrschen können, um den größeren Vorteil – mehr Futter – zu erhalten. Studien belegen außerdem, dass Hühner sich selbst einschätzen können. Sie beobachten ein Huhn mit einem ihnen bekannten Rang in der Hackordnung, welches mit einem unbekannten Huhn agiert. Aus deren Verhalten schließen sie, ob sie selber in der Hackordnung über oder unter dem unbekannten Tier stehen und reagieren dann entsprechend. 

 

10. Hühner Lebenserwartung

Hühner haben eine natürliche Lebenserwartung von ca. acht Jahre. Unter idealen Bedingungen legen junge Hühner ab einem Alter von 20 bis 22 Wochen Eier. Hybridhühner, die in klimatisierten Hühnerställen zur Eiproduktion gehalten werden, legen im Jahr bis zu 300 Eier. Es kann daher fast täglich mit einem Hühnerei gerechnet werden.
Die meisten Legehühner legen pro Jahr zwischen 180 und 220 Eier, was für den Hausgebrauch durchaus ausreichen sollte. Zudem sind Rassehühner in Hobbyhaltung sind größeren Widrigkeiten ausgesetzt. Die Hitze im Sommer, eisige Kälte im Winter, Regenwetter und kurze Tage während der Wintermonate. Daher kann man in privaten Hobbyhaltung daher mit einer durchschnittlichen Legeleistung von 140 bis 180 Eier im Jahr rechten.
Während die Hühner im Sommer fast täglich ein Ei legen lässt die Legeleistung im Winter deutlich nach oder erlischt vollständig. Im Frühjahr beginnen die Hühner dann wieder und können dann eine gute Legeleistung vorweisen.
In der Regel ist das im Alter von etwa zwei bis drei Jahren, eben dann, wenn die Legeleistung einbricht.

Wie alt Hühner tatsächlich werden können, darüber streiten sich die Gelehrten bis heute. In Fachbüchern ist oftmals von bis zu 50 Jahre alten Hühnern zu lesen. Für Haushühner liegt das „gängige“ Alter jedoch bei etwa 5 bis 9 Jahren. Je nachdem, wie sie gehalten werden und welche Legeleistung sie erbringen müssen. Es ist also völlig normal und kein Grund zur Sorge, dass die Legeleistung ab einem Alter von etwa zwei Jahren merklich nachlässt. Schließlich gehört das Huhn dann schon zum „alten Eisen“.

Abschluss

Was aus unseren 4 Hühnern geworden ist? Ja es sind nunmehr ca. 3 Jahre Hühnerhaltung und wie es mir von einem sogenannten "Hühnernarr" prophezeit wurde werden es ständig mehr ;) fast wie ein Sammelwahn, möchte man doch noch gern das eine oder andere neue Huhn einer anderen Farbe oder Rasse gern aufnehmen.
Insgesamt leben derzeit 20 Hühner, 2 Pfauen und 10 Küken auf meinem Grundstück. Sie können frei durch den ganzen Garten laufen und sich dadurch auch neben dem Futter, was ich gebe, sehr gesund ernähren. Auch erkunden Sie wie auf dem folgenden Bild gern mal den Kompost oder wenn man nicht aufpasst das Kräuterbeet.
Auch habe ich bereits das Glück einer Naturbrut erleben dürfen und auch der Kunstbrut im Inkubator. Wenn man die Glucke mit ihren kleinen witzigen Küken so über die Wiese stiefeln sieht, versinkt man schnell in stundenlanges Zuschauen, so schön ist es dies zu beobachten.
Die Brut und das Aufwachsen der kleinen Fellkeule hat meine Faszination der Selbstständigkeit dieser bezaubernden Wesen nochmals gesteigert hat. Leider ist es aber auch das Verwerfliche an dem Thema Kunstbrut. Da die Selbstständigkeit dieser kleinen Fellkneule schnell zu einem hübschen und gesunden Huhn heranzuwachsen dazu führt, dass fast die meisten Küken als Weisen ohne eine Mutter Glucke aufwachsen. In Inkubatoren herangezüchtet rufen die kleinen Küken tagtäglich nach Ihrer Mutti und versuchen unter allem zu schlüpfen was eine Mutti sein könnte um sich anzukuscheln. Da wir Sie leider nicht verstehen können, können wir wohl auch nicht abschätzen was das für diese kleinen Babyküken bedeutet.
Zudem habe ich mich dazu entschlossen mehrere Hähne zu halten. Wenn man neue Hähne als Jungspund aufnimmt oder als Küken dazubekommt, leben diese sich ohne große Mühen und Sorgen in die bestehende Gruppe ein und mehrere Hähne bedeuten auch mehr Wachsamkeit, was schon etwas gegen permanente Angriffe von Raubvögeln hilft, denn wir leben außerorts zwischen Feldern und Wäldern was leider auch viele natürliche Fressfeinde birgt.

Es macht Spaß die Hühner im Garten zu haben, zudem ich wirklich eine hübsche Gruppe habe. Mir gefallen bspw. die gesprenkelten und bunten Hühner mehr als nur zweifarbige. Und auch alte Rassen wie die schwedischen Blumenhühner, denn hier sieht jedes Huhn anders aus, keines ist dem andern farblich gleich.

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